DIE EU STELLT KÜNFTIG DEN BESITZ VON BESTIMMTEN SAATGUTSORTEN UNTER STRAFE!

Das stimmt nicht, denn das Saatgut wird schon jetzt in einem Sortenkatalog registriert und darf auch nur dann verkauft werden. Der Besitz, Tausch oder Verkauf von alten und seltenen Saatgutsorten soll keinesfalls für den Endverbraucher verboten werden.

Die Besorgnis über eine Zwangsregistrierung von Saatgut, die ein Vorschlag der EU-Kommission zur Neuregelung der Saatgutverordnung erregt hat, ist zudem vorerst ausgeräumt. Das Europäische Parlament stimmte mit einer großen Mehrheit von 650 Stimmen im März 2014 gegen den Vorschlag der Kommission.

Vorgesehen war eine umfassende Pflichtregistrierung von Saatgutsorten, die nach Einschätzungen von Agrarexperten zum einen eine Gefahr für alte und seltene Sorten dargestellt und zum anderen einen potenziellen Nachteil für Privatzüchter und kleine Betriebe bedeutet hätte. Damit einhergegangen wäre zudem voraussichtlich ein hoher  bürokratischer Mehraufwand, was einer der Gründe war, den Vorschlag der Kommission zurückzuweisen. Auch wären Klein- und Hobbygärtner entgegen der vorherigen Zusicherung seitens der Kommission von der Regelung nicht ausdrücklich ausgenommen gewesen.

Dass das Parlament den Entwurf der Kommission abgelehnt hat, bedeutet jedoch nicht, dass das Thema "Saatgutverordnung" nun endgültig erledigt ist. Es gilt nun abzuwarten, welche Positionen der Rat und die neue Kommission einnehmen werden und ob letztere zu einem späteren Zeitpunkt die Chance ergreifen wird, dem Parlament einen verbesserten Entwurf vorzulegen.