DIE UMSTELLUNG AUF IBAN UND BIC IST UMSTÄNDLICH UND FÜHRT NUR ZU UNNÖTIGER BÜROKRATISIERUNG DES BARGELDLOSEN ZAHLUNGSVERKEHRS!

Im Zuge der Umstellung auf das SEPA-Lastschriftverfahren haben sowohl Bürger wie mittelständische Unternehmen erhebliche Befürchtungen. Die Bürger kritisieren eine unnötige Verkomplizierung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs durch 22- bis 30- stellige Kontonummern. Kleine bis mittelständische Unternehmen sehen Liquiditätsengpässe durch die mit dem neuen Verfahren verbundene langwierige Beantragung einer Gläubiger-ID auf sich zu kommen. Außerdem werde durch die notwendige Änderung der Kundenstammdaten ein weiteres kostbares Gut minimiert: die Zeit.

Dass aber das bisherige Verfahren deutliche Sicherheitslücken aufweist, wird dabei ignoriert. So kann ein einfacher Zahlendreher besonders bei Daueraufträgen zu horrenden Verlusten führen. Geht die Gutschrift fälschlicherweise auf das Konto eines Unbekannten und gibt dieser das empfangene Geld aus, helfen mitunter auch Gerichtsverfahren nicht weiter. Die Banken sind nach der 2009 in Kraft getretenen „EU-Zahlungsrichtlinie“ nicht mehr verpflichtet, den angegebenen Namen mit der Kontonummer abzugleichen. Vielmehr kommt es seitdem allein auf die angegebene Bankleitzahl und Kontonummer an. Die bisherigen Prüfziffern - so entspricht zum Beispiel die letzte Ziffer der Quersumme der vorangegangenen - können keine hundertprozentige Sicherheit bieten, da sich zwei Fehler ggf. gegenseitig aufheben. Die IBAN-Nummer dagegen enthält eine zweistellige Prüfziffer, die aus einer derart komplexen Formel gebildet wird, sodass Zahlendreher nicht mehr durchgehen können. Außerdem können bereits abgebuchte Beträge künftig innerhalb einer acht- statt sechswöchigen Frist zurückgefordert werden. Weitere Vorteile neben der neu gewonnenen Sicherheit sind die erhebliche Kostenreduktion für Auslandsüberweisungen (letztere kosten künftig genauso viel wie Inlandsüberweisungen) und die Benutzung nur noch eines Kontos für Grenzgänger, die ihren Wohnsitz in Deutschland, den Arbeitsplatz dagegen im Ausland haben.

Da die IBAN die alte Bankleitzahl und Kontonummer vollständig enthält und lediglich zwei Ziffern (die Prüfnummer) hinzufügt, lässt sich das 22-stellige "Zahlenmonster" nach etwas Übung auch gut beherrschen.

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