Energieeffizienzlabel: Populäres Farbschema wird überarbeitet

13.06.2017

Pressemitteilung von Herbert Reul (EVP/CDU):

Von Grün über Orange bis hin zu Rot reicht die Farbskala des etablierten Energielabels zur leichten Verbraucherorientierung bei der Beurteilung der Energieeffizienz von Haushaltsgeräten. Trotz der großen Popularität der Sticker hat das Europäische Parlament heute eine Neu-Kalibrierung beschlossen, da der technische Fortschritt kaum noch Raum für Differenzierung beim Energieverbrauch ließ: "Wir haben eine praxisnahe und bürokratiearme Lösung gefunden, die den Verbraucher nicht unnötig verwirrt und die Händler nicht überfordert, da die bekannte Farbskala mit dem hohen Wiedererkennungswert bestehen bleibt", so Herbert Reul, EVP-Schattenberichterstatter für den Bericht zur Energieeffizienzkennzeichnung.

Während sich an der farblichen Kennzeichnung nichts ändert, wird eine flexible Neu-Kalibrierung der Energieeffizienzklassen vorgenommen. "Es macht keinen Sinn, wenn jedes zu erwerbende Haushaltsgerät mit der bestmöglichen Energieklasse A+++ ausgezeichnet ist, wie es in den vergangenen Jahren immer häufiger der Fall war. Der Verbraucher braucht hilfreiche Vergleichswerte. Durch die Umstellung der EU-Energiekennzeichnung auf A-G ist diese Orientierung wieder gegeben", so Herbert Reul. Künftig soll deshalb eine Neu-Kalibrierung stattfinden, sobald mehr als 30 Prozent der jeweiligen Haushaltsgeräte in Effizienzklasse A, oder mehr als 50 Prozent in die Effizienzklassen A und B fallen. "Eine sinnvolle Regulierung für Verbraucher, Händler und Hersteller, die eine erneute Reform des populären Labels für die Zukunft hinfällig macht", erklärt Reul.

Um die Umstellungsverfahren vom alten auf das neue Label für alle Beteiligten möglichst pragmatisch zu gestalten, werden den Händlern angemessene Übergangsfristen gegeben. Trotz eines durchaus positiven Kompromisses für Verbraucher und Händler beklagt Herbert Reul dennoch das durchgebrachte Vorhaben einer zentralen EU-Produktdatenbank, die die Bürgerinnen und Bürger beim Vergleich der Energieeffizienz von Haushaltsgeräten nutzen können: "Die Datenbank dient nicht der Marktüberwachung, sondern schadet ihr. Es ist wettbewerbs- und industriepolitisch höchst brisant den Unternehmen die öffentliche Bekanntgabe technischer Details abzuverlangen, ganz abgesehen vom sonst so hochgepriesenen Datenschutz. Ich hoffe sehr, dass sich meine Befürchtungen in diesem Bereich nicht bewahrheiten werden."

Für weitere Informationen:
Herbert Reul MdEP, Tel. +33 38 817 7244