Impulse für saubere Mobilität: Fragen und Antworten zu den Initiativen, die den Planeten schützen, die Verbaucher stärken sowie die Industrie und die Arbeitnehmer verteidigen

09.11.2017

Factsheet der Europäischen Kommission

1. Überblick und erwarteter Nutzen

Warum schlägt die Kommission diese neuen Initiativen vor?

Im Jahr 2016 wurde mit der Europäischen Strategie für emissionsarme Mobilität das Ziel bekräftigt, die verkehrsbedingten Treibhausgasemissionen bis 2050 um mindestens 60 % gegenüber 1990 zu senken. In den letzten 25 Jahren sind die verkehrsbedingten Emissionen jedoch aufgrund des wachsenden Mobilitätsbedarfs stetig gestiegen. Heute entfallen auf den Verkehr etwa 25 % der Treibhausgasemissionen der EU, 22 % allein auf den Straßenverkehr. Eine weitere Verringerung der Emissionen aus dem Straßenverkehr ist daher unerlässlich, um die Verpflichtungen der EU im Rahmen des Übereinkommens von Paris und den EU-Rahmen für die Klima- und Energiepolitik bis 2030 einzuhalten und bis 2030 die CO2-Emissionen um mindestens 40 % zu senken.

Die Kommission will zur Bekämpfung der Gefahren des Klimawandels die Verkehrsemissionen senken. Zugleich will sie die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger verbessern und sicherstellen, dass die Industrie in der EU Arbeitsplätze und nachhaltiges Wirtschaftswachstum schafft sowie die Innovation im Bereich der erneuerbaren Energien vorantreibt.Mit den heute vorgestellten Initiativen will die Kommission die saubere, wettbewerbsfähige und vernetzte Mobilität verstärken und den Bürgerinnen und Bürgern bessere Mobilitätsdienste anbieten, insbesondere den Geringverdienern.

Was schlägt die Kommission vor?

Das Paket für saubere Mobilität umfasst folgende Elemente:

  • eine politische Mitteilung über die langfristige Strategie zur Bekämpfung des Klimawandels und der gleichzeitigen Verbesserung der Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger Europas sowie der Förderung der Wettbewerbsfähigkeit seiner Industrie;
  •  Rechtsetzungsinitiativen zu Straßenfahrzeugen, Infrastrukturen und der Beförderung im kombinierten Güterverkehr. Bei diesen Initiativen liegt der Schwerpunkt auf der Verringerung der Treibhausgas- und Schadstoffemissionen in die Luft. Ziel ist eine breite Einführung emissionsarmer alternativer Kraftstoffe und emissionsarmer Fahrzeuge auf dem Markt;
  • nichtlegislative Maßnahmen in Form eines Aktionsplans für alternative Kraftstoffe, der Investitionen in Infrastrukturen für alternative Kraftstoffe ankurbeln und den Aufbau eines Netzes von schnellen und interoperablen Stationen zur Ladung und sauberen Betankung in ganz Europa vorantreiben soll.

Der integrierte Ansatz dieses Pakets ist wichtig, um für einen nachhaltigen und wirksamen Übergang zur emissionsarmen Mobilität zu sorgen. Es sind Maßnahmen in Bezug auf Angebot und Nachfrage für emissionsarme Fahrzeuge mit alternativem Antrieb sowie entsprechende Infrastrukturen erforderlich. Neue CO2-Normen werden die Fahrzeughersteller zu Innovationen und zur Integration neuer Technologien animieren. Zielvorgaben für die Beschaffung sauberer Fahrzeuge unterstützen die Mitgliedstaaten, Regionen und Städte bei der Steigerung ihrer sauberen Verkehrsangebote an die Bürgerinnen und Bürger, indem der EU-weite Markt für diese Fahrzeuge stimuliert wird.

Mit den Vorschlägen werden die Führungsrolle Europas bei der Bekämpfung des Klimawandels und die Anstrengungen der Kommission zur Erweiterung des Handlungsspielraums der Bürgerinnen und Bürger sowie zum Schutz der Industrie in Europa erneut bestätigt. Die Initiativen fallen in eine Zeit, in der die Verbraucher wieder Vertrauen in die Zuverlässigkeit von Fahrzeugtechnologien gewinnen müssen und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Automobilbranche der Unterstützung bedarf.

Die vollständige Liste ist hier abrufbar. Die Kommission wird den dritten und letzten Teil des Maßnahmenpakets „Europa in Bewegung“ im ersten Halbjahr 2018 vorlegen.

 

Inwieweit betreffen mich diese neuen Initiativen als Bürger(in)?

Die Vorschläge der Kommission werden sich positiv auf die Gesundheit und die Lebensbedingungen der europäischen Bürgerinnen und Bürger auswirken. Ihnen werden insbesondere die bessere Luftqualität – vor allem in den städtischen Gebieten–, geringere Ausgaben für den Kraftstoffverbrauch und neue Mobilitätsdienste zugutekommen.

Beispielsweise dürften infolge des neuen Vorschlags ausgehend von einer Lebensdauer von 15 Jahren beim Kauf eines „durchschnittlichen Neuwagens“ im Jahr 2025 Nettoeinsparungen in Höhe von bis zu 600 EUR erreicht werden. Beim Kauf im Jahr 2030 sollten sie bei bis zu 1500 EUR liegen. Ferner wird der Aufbau eines Netzes von zuverlässigen und interoperablen Stationen zur Ladung und sauberen Betankung in ganz Europa das Reisen mit mit alternativen Kraftstoffen betriebenen Fahrzeugen erleichtern.

Schließlich fördert die Kommission den Ausbau von Fernbusverbindungen als Alternative zur Reise im Privatauto. Diese Dienste werden wirtschaftliche und soziale Vorteile mit sich bringen, da sie besser auf die Bedürfnisse der Verbraucher reagieren können und Geringverdienern sowie Menschen in abgelegenen Regionen eine echte Alternative bieten.

Wie werden die Initiativen den Mitgliedstaaten und Behörden nutzen?

Die Kommission schlägt vor, den Mitgliedstaaten die notwendigen Instrumente für bessere Investitionen in saubere Fahrzeuge und Infrastrukturen für alternative Kraftstoffe an die Hand zu geben. Dies wird es ihnen ermöglichen, CO2-Emissionen und die Luftverschmutzung durch den Verkehr sowie die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen besser zu bekämpfen.

Insbesondere wird es leichter werden, im Rahmen öffentlicher Aufträge sehr emissionsarme und emissionsfreie Fahrzeuge zu kaufen, zu mieten oder zu leasen. Dies gilt für den öffentlichen Nahverkehr einer Stadt sowie für jedwede sonstige Verwendung (Müllabfuhr, Paket- oder Postzustellung usw.). Eine klare und einfache Definition emissionsarmer und emissionsfreier Fahrzeuge wird das derzeitige komplexe Verfahren zur Berechnung der Gesamtlebensdauerkosten von Fahrzeugen ersetzen.

Neue CO2-Emissionsnormen für Pkw und Lieferwagen werden die Mitgliedstaaten dabei unterstützen, ihre verbindlichen jährlichen Treibhausgasemissionsziele für den Zeitraum 2021–2030 gemäß dem Vorschlag in der Lastenteilungsverordnung zu verwirklichen.

 

Wie werden wir als Transport- und Logistikunternehmen von diesen Initiativen profitieren?

Die neue Initiative zur Förderung des kombinierten Verkehrs wird Logistikunternehmen anregen, nachhaltige Verkehrsträger stärker zu nutzen. In der Vergangenheit war es für Unternehmen schwierig, den „kombinierten Charakter“ ihrer Beförderungen nachzuweisen und somit von den bestehenden rechtlichen und wirtschaftlichen Anreizen zu profitieren. Unser Vorschlag weitet die in der Richtlinie vorgesehenen Anreize auf inländische Beförderungen aus und wird Investitionen in Umschlagterminals in ganz Europa beschleunigen sowie die finanzielle Unterstützung (wie Steuernachlässe), die der Staat Unternehmen gewähren kann, transparenter gestalten. Ferner wird die Verwendung elektronischer Dokumente gefördert.

Kleine und mittlere Unternehmen, die effizientere Lieferwagen einsetzen, werden auch weitgehend von Kraftstoffeinsparungen profitieren. Infolge des Vorschlags zur Festlegung neuer CO2-Emissionsnormen dürften ausgehend von einer Lebensdauer von 15 Jahren beim Kauf eines „durchschnittlichen neuen Lieferwagens“ im Jahr 2025 zusätzliche Nettoeinsparungen in Höhe von bis zu 2300 EUR erreicht werden. Beim Kauf im Jahr 2030 sollten sie bei bis zu 3800 EUR liegen.

Busunternehmen schließlich werden inländische Personenfernverkehrsdienste anbieten können. Die Vorschläge der Kommission beseitigen rechtliche Hemmnisse für den Marktzugang und gewährleisten einen fairen und diskriminierungsfreien Zugang zu Busbahnhöfen.

Ich arbeite in der Automobilbranche. Wie wird sich dies auf meine Situation auswirken?

Angesichts des schrittweisen Übergangs zu emissionsarmen oder emissionsfreien Antriebssystemen bis 2030 wird genügend Zeit für die Umschulung und Höherqualifizierung in der Automobilbranche bleiben. Der Übergang zu emissionsarmen oder emissionsfreien Antriebssystemen wird es der europäischen Automobilindustrie ermöglichen, die technologische Führungsrolle beizubehalten. Dies ist eine wichtige Voraussetzung für künftiges Wachstum und künftige Beschäftigung.

Um die Arbeitnehmer in der Automobilindustrie bei der Anpassung an den Übergang zu emissionsarmer Mobilität zu unterstützen, widmet sich die Kommission in Partnerschaft mit den Mitgliedstaaten und Interessenträgern wie Arbeitgebern, Arbeitnehmervertretern, Anbietern der allgemeinen und beruflichen Bildung der Beseitigung von Qualifikationslücken und Diskrepanzen zwischen Qualifikationsangebot und -nachfrage. Zu den wichtigsten Initiativen gehören die EU-Kompetenzagenda und die Blaupause zur Branchenzusammenarbeit für Kompetenzen.

2. Wesentliche Elemente der Kommissionsvorschläge

a. CO2-Normen für Pkw und Lieferwagen

Was tut die Kommission zur Förderung sauberer Kraftfahrzeuge?

Die Kommission schlägt neue Ziele für die durchschnittlichen CO2-Emissionen von neuen Personenkraftwagen und leichten Nutzfahrzeugen (Lieferwagen) der Fahrzeugflotte in der gesamten EU vor, die ab 2025 und ab 2030 gelten sollen.

Die durchschnittlichen CO2-Emissionen von im Jahr 2025 bzw. 2030 in der EU neu zugelassenen Personenkraftwagen müssen 15% bzw. 30% unter den Werten des Jahres 2021 liegen. Die durchschnittlichen CO2-Emissionen von im Jahr 2025 bzw. 2030 in der EU neu zugelassenen leichten Nutzfahrzeugen müssen 15% bzw. 30% unter den Werten des Jahres 2021 liegen. Um die Verbreitung von emissionsarmen und emissionsfreien Fahrzeugen zu erhöhen, sieht der Vorschlag außerdem einen speziellen Anreizmechanismus für solche Fahrzeuge vor.

Dies wird dazu beitragen, dass die EU ihren Verpflichtungen im Rahmen des Übereinkommens von Paris nachkommt und die CO2-Emissionen von Personenkraftwagen und leichten Nutzfahrzeugen kosteneffizient senkt, die Kraftstoffverbrauchskosten für die Verbraucher verringert und die Wettbewerbsfähigkeit der EU-Automobilindustrie sowie die Beschäftigung fördert

Die Kommission schlägt 30% im Jahr 2030 vor. Warum?

Die vorgeschlagene Zielvorgabe für Pkw zur Reduzierung um 30% ist ehrgeizig und realistisch. Sie ist das Ergebnis einer soliden und gründlichen Folgenabschätzung. Das Reduktionsziel von 30% kommt der Umwelt, den Verbrauchern und der Beschäftigung zugute:

  • Das Ziel in Höhe von 30% für Pkw wird die Mitgliedstaaten bei der Verwirklichung ihrer für 2030 gesetzten Vorgaben für die nicht unter das EU-EHS fallenden Sektoren unterstützen. Es wird zu einer Emissionssenkung im Straßenverkehr im Einklang mit dem Kosteneinsparungspotenzial führen und gleichzeitig ausreichend Raum für zusätzliche Maßnahmen, insbesondere für Lkw, bieten.
  • Eine Zielvorgabe von 30% wird allen Verbrauchern wirtschaftlichen Nutzen bringen. Der Anstieg der im Voraus entstehenden Kosten beim Kauf effizienterer Fahrzeuge wird durch die höheren Kraftstoffeinsparungen ausgeglichen. Die Nettoeinsparungen liegen bei Neuwagen beim Kauf im Jahr 2025 bei bis zu 600 EUR und im Jahr 2030 bei bis zu 1500 EUR. Der Nutzer eines gebrauchten Fahrzeugs wird ebenso wie der Eigentümer eines Neuwagens davon profitieren.
  •  Insgesamt wird sich ein Ziel von 30% außerdem positiv auf die Beschäftigung auswirken, da es einen reibungslosen Übergang zu emissionsarmen und emissionsfreien Fahrzeugen ermöglicht. Mehr als 80 % der Neuwagen im Jahr 2030 werden nach wie vor einen Verbrennungsmotor haben. Ferner werden für aufladbare Hybridfahrzeuge, die die höchste Arbeitsintensität aufweisen, da sie sowohl mit einem herkömmlichen Verbrennungsmotor als auch mit einem Elektromotor ausgestattet sind, Anreize geboten. Dieser Ansatz wird dafür sorgen, dass genügend Zeit für die Umschulung und Höherqualifizierung der Beschäftigten in der derzeitigen Lieferkette der Automobilindustrie bleibt.

 

Wie wirkt sich das Ziel von 30% auf den Haushalt/die Kosten aus?

Aufgrund der vorgeschlagenen CO2-Normen müssen Fahrzeughersteller neue technische Maßnahmen zur Verringerung der durchschnittlichen CO2-Emissionen ihrer Neuwagenflotte einführen. Kurzfristig wird dies wahrscheinlich zu einem Anstieg der Produktionskosten und somit zu höheren Preisen beim Fahrzeugkauf führen.

Bei einem durchschnittlichen im Jahr 2030 zugelassenen Neuwagen liegen die zusätzlichen Herstellungskosten bei bis zu 1000 EUR, bei einem durchschnittlichen Lieferwagen bei bis zu 900 EUR. Diese zusätzlichen Kosten liegen jedoch deutlich unter den Kraftstoffeinsparungen, von denen die Verbraucher über die Lebensdauer des Fahrzeugs profitieren werden.

 

Bedeutet der Vorschlag das Ende der Benzin- und Diesel-Autos?

Die Kommission hält es für erforderlich, die Verbreitung emissionsarmer und emissionsfreier Fahrzeuge zu beschleunigen, um die Luftqualität zu verbessern und CO2-Emissionen zu senken. Dabei sollte ein technologieneutraler Ansatz verfolgt werden. Fast alle Autos im aktuellen Bestand werden von einem Verbrennungsmotor angetrieben. Selbst bei einem raschen Anstieg des Anteils emissionsarmer und emissionsfreier Fahrzeuge liegt es auf der Hand, dass mit konventionellem Kraftstoff betriebene Fahrzeuge auch im Jahr 2030 einen großen Teil der europäischen Fahrzeugflotte ausmachen werden.

Zwar wird der Vorschlag dafür sorgen, dass emissionsarme und emissionsfreie Fahrzeuge schneller auf dem Markt angenommen werden und dass die Innovation sowie die Erzielung von Größenvorteilen beschleunigt werden, jedoch wird sich die Zusammensetzung des Fahrzeugbestands nur schrittweise ändern. Mindestens 80 % der Neuwagenflotte im Jahr 2030 werden einen Verbrennungsmotor haben.

 

Warum gibt es keine negativen Auswirkungen auf die Beschäftigung, obwohl die Herstellung von Elektrofahrzeugen gegenüber Fahrzeugen mit einem Verbrennungsmotor weniger arbeitsintensiv ist?

Der auf einem Anrechnungssystem beruhende Anreizmechanismus schließt emissionsarme Fahrzeuge ein, da aufladbare Hybridfahrzeuge ein wichtiges Sprungbrett für den reibungslosen Übergang zu emissionsfreier Mobilität darstellen. Die höhere Arbeitsintensität bei der Herstellung aufladbarer Hybridfahrzeuge gegenüber konventionellen Fahrzeugen sowie ausschließlich mit Batterie betriebenen Elektrofahrzeugen wird sich positiv auf die Beschäftigung in der Automobilindustrie auswirken. Langfristig ist damit zu rechnen, dass die Beschäftigung in der Herstellung von Elektrofahrzeugen und in damit verbundenen Sektoren steigen wird, während sie in Sektoren im Bereich der konventionellen Fahrzeuge voraussichtlich sinken wird.

Warum gibt es keine Quoten für Fahrzeuge mit Elektro- oder Wasserstoffantrieb?                                                                                                                                                                                                                          

Die Rechtsvorschriften der EU in diesem Bereich waren stets technologieneutral und werden es auch in Zukunft sein. Der Vorschlag enthält keine technologiespezifischen Quoten oder Mandate. Die Hersteller selbst haben zu entscheiden, welche Technologien sie zur Erfüllung ihrer Zielvorgaben für die spezifischen Emissionen einsetzen. Der Vorschlag enthält einen Anreizmechanismus, der die Akzeptanz emissionsarmer und emissionsfreier Fahrzeuge auf technologieneutrale Weise fördern wird.

 

Warum enthält der Vorschlag einen Anreizmechanismus für „emissionsarme und emissionsfreie Fahrzeuge“?

Die Automobilindustrie der EU droht insbesondere im Hinblick auf emissionsarme und emissionsfreie Fahrzeuge ihre technologische Führungsrolle zu verlieren, denn die USA, Japan, Südkorea und China machen in diesem Segment sehr schnell Fortschritte, was für das künftige Wachstum besonders wichtig sein wird. China hat vor kurzem ab 2019 verbindliche Quoten für emissionsarme und emissionsfreie Fahrzeuge für Fahrzeughersteller festgelegt. In den USA haben Kalifornien und neun weitere Staaten mit Erfolg ein Regulierungsinstrument eingeführt, das die Verbreitung emissionsarmer und emissionsfreier Fahrzeuge verbessern soll.

Ein wohlüberlegtes ordnungspolitisches Zeichen bezüglich der künftigen Größe des Marktes wird die Zuversicht der Investoren im Hinblick auf emissionsarme und emissionsfreie Fahrzeugtechnologien stärken. Private und öffentliche Anbieter von Ladeinfrastrukturen werden einen glaubwürdigeren Eindruck der künftigen Nachfrage gewinnen und können mit einem geringeren Risiko investieren.

 

b. Aktionsplan für Infrastrukturen für alternative Kraftstoffe

 

Was tut die Kommission zur Förderung der Nutzung alternativer Kraftstoffe?

Die Initiativen der Kommission unterstützen die Umsetzung einer europäischen Richtlinie, nach der die Mitgliedstaaten eine Mindestinfrastruktur für alternative Kraftstoffe wie Elektrizität, Wasserstoff und Erdgas bereitstellen müssen. Der heute vorgestellte Aktionsplan für Infrastrukturen für alternative Kraftstoffe enthält Maßnahmen, um Synergien zwischen den nationalen Plänen zu fördern, Lücken im strategisch wertvollsten Verkehrsnetz (das transeuropäische Verkehrsnetz („TEN-V“)) zu schließen und Investitionen in städtischen Gebieten anzukurbeln. Auf diese Weise wird die Kontinuität der Dienste für die Bürger und Unternehmen sichergestellt. Das Laden eines mit alternativen Kraftstoffen betriebenen Fahrzeugs auf der Autobahn sollte ebenso einfach werden, wie es heute das Tanken ist.

Dieser Aktionsplan umfasst neue Finanzierungsmöglichkeiten im Wert von bis zu 800 Mio. EUR, die zur Kombination von Finanzhilfen mit Darlehen oder für Finanzierungsinstrumente (Forderungen, Darlehen) im Rahmen der Fazilität „Connecting Europe“ bereitgestellt werden. Dies wird erhebliche zusätzliche staatliche und private Investitionen in die Fahrzeugflotten sowie in interoperable Infrastrukturen anziehen.

Darüber hinaus hat die Kommission neben diesem neuen Vorschlag eine Leitinitiative zu Batterien eingeleitet, die mit zusätzlichen 200 Mio. EUR für die Unterstützung der europäischen Batterieentwicklung und ‑innovation zwischen 2018 und 2020 ausgestattet ist.

Warum wird nun ein Aktionsplan für Infrastrukturen für alternative Kraftstoffe benötigt?

Die Analyse der nationalen Strategierahmen[1] zeigt, dass in der Europäischen Union Infrastrukturlücken bestehen blieben, wenn keine weiteren Maßnahmen ergriffen würden. Zu diesen Lücken gehört der Mangel an Ladestationen für Elektrofahrzeuge in städtischen und stadtnahen Gebieten sowie entlang den Straßen des TEN-V-Kernnetzes. Auch Häfen sind nicht in ausreichendem Maße mit LNG-Tankstellen ausgestattet, damit Binnen- und Seeschiffe im gesamten TEN-V-Kernnetz verkehren können.

Ferner muss die Interoperabilität der Dienste bei der Nutzung der Infrastruktur (Standort, Buchung, Zugang, Zahlungen) gewährleistet werden. Dieser Plan skizziert eine Reihe entsprechender Maßnahmen. Außerdem werden Maßnahmen im städtischen Umfeld und zur Förderung der Entwicklung intelligenter Netze behandelt.

c. Richtlinie zur Förderung sauberer Fahrzeuge

Was unternimmt die Kommission zur Förderung sauberer und energieeffizienter Fahrzeuge bei der Vergabe öffentlicher Aufträge?

Öffentliche Aufträge können starke nachfrageseitige Anreize für die Industrie schaffen. Allerdings haben öffentliche Einrichtungen bisher nur geringe Mengen sauberer Fahrzeuge gekauft. Die Kommission schlägt daher eine neue Initiative vor, die auf vereinfachte und wirksame Weise die einschlägige Vergabepraxis erfasst. Dies dürfte zu einer stärkeren Marktakzeptanz und somit zu niedrigeren Produktionskosten sowie geringeren Preisen führen und sich ebenfalls positiv auf die Nachfrage von Privatkunden auswirken.

 

d. Kombinierter Verkehr

 

Was ist unter „kombiniertem Verkehr“ zu verstehen?

Der kombinierte Verkehr ist eine Form des multimodalen Güterverkehrs, bei dem der Großteil der Beförderungen per Zug, Binnen- oder Seeschiff erfolgt und bei dem nur am Anfang oder am Ende der Transportkette eine kurze Strecke auf der Straße zurückgelegt wird. Ziel ist es, die Verkehrsverlagerung von der Straße auf umweltfreundlichere Verkehrsträger zu fördern.

Was schlägt die Kommission vor?

Die Kommission schlägt heute eine Überarbeitung der Richtlinie über den kombinierten Verkehr vor, um derartige Beförderungen zu erleichtern. Als erstes schlägt die Kommission eine Überarbeitung der Definition des Begriffs „kombinierter Verkehr“ vor, sodass er sich auch auf inländische Beförderungen erstreckt und die maximale Streckenlänge, die auf der Straße zurückgelegt wird, genauer bestimmt wird. Zweitens werden durch den Vorschlag die durch die Mitgliedstaaten zu leistenden Maßnahmen zur wirtschaftlichen Unterstützung über Steuernachlässe hinaus auf Investitionen in multimodale Terminals und möglicherweise weitere finanzielle Anreize ausgeweitet. Drittens präzisiert der Vorschlag, welche Belege vorgelegt werden müssen, um nachzuweisen, dass es sich um kombinierte Beförderungen handelt, und somit staatliche Förderung zu erhalten. In diesem Zusammenhang schlägt die Kommission außerdem eine bessere Verwendung elektronischer Dokumente vor. Insgesamt wird es Unternehmen so erleichtert, Anreize zu nutzen, und sie werden somit bei der Güterbeförderung zum kombinierten Einsatz von Lastwagen und Zügen, Binnen- und Seeschiffen motiviert.

 

e. Zugang zum internationalen Markt für Busdienste

 

Was schlägt die Kommission vor?

Die Kommission schlägt eine Änderung der Verordnung über den Personenkraftverkehr im Hinblick auf die Öffnung heimischer Märkte für Liniendienste vor. Dies wird die Entwicklung von Fernbusverbindungen fördern und somit Alternativen zur Nutzung privater Pkw bieten, sodass nachhaltige Verkehrsträger stärker genutzt werden.

Solche Dienste werden auch wirtschaftliche und soziale Vorteile bringen, da sie sich besser auf die Bedürfnisse der Verbraucher einstellen können. Von dieser Entwicklung dürften Geringverdiener profitieren, da ihre Reiseentscheidungen in der Regel durch die angebotenen Fahrpreise und den fehlenden Zugang zu einem Auto eingeschränkt sind.

 

Stehen Fernbusverbindungen nicht im Wettbewerb mit Zugverkehrsdiensten? Dies könnte zu einer Erhöhung der CO2-Emissionen führen.

Unsere Analyse zeigt, dass es nur zu geringfügigen Verlagerung des Verkehrs von Zügen auf Kraftomnibusse kommen wird. Der Großteil der Nachfrage wird neu entstehen bzw. wird sich vom privaten Auto- und Flugreiseverkehr verlagern. Der kombinierte Anteil nachhaltiger Verkehrsträger (Busse und Züge) wird sich somit erhöhen.

Weitere Informationen: http://europa.eu/rapid/press-release_MEMO-17-4243_de.htm

[1] Im Einklang mit der Richtlinie über die Infrastruktur für alternative Kraftstoffe mussten die Mitgliedstaaten der Kommission die nationalen Strategierahmen mit ihren nationalen Einzel- und Gesamtzielen sowie die Fördermaßnahmen auf dem Gebiet der Entwicklung des Marktes für alternative Kraftstoffe übermitteln.

MEMO/17/4243

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