KEINE ÄNDERUNG DER FFH- UND VOGELSCHUTZRICHTLINIEN

03.02.2016

Keine Änderung der FFH- und Vogelschutzrichtlinien

 

Biologische Vielfalt verbessern / Mitgliedstaaten müssen bestehende Gesetze ernsthafter umsetzen / auch selbstverpflichtender Naturschutz ist zielführend

 

Das Europäische Parlament will keine Überarbeitung der zentralen EU-Naturschutzrichtlinien! So lautet das heutige, von einer sehr großen Mehrheit abgegebene Votum im Straßburger Plenum zur Halbzeitbewertung der EU-Biodiversitätsstrategie.

 

„Auch im europäischen Naturschutz müssen wir endlich aufhören, uns gegenseitig die Verantwortung zuzuschieben! Wir haben gute europäische Gesetzesgrundlagen und müssen diese nur besser in den Mitgliedstaaten umsetzen. Der immer geringer werdenden biologischen Vielfalt auf unserem Planeten helfen keine Lippenbekenntnisse, sondern nur wirklicher politischer Wille und sich daraus ableitende Taten“, äußert sich der EU-Umweltpolitiker Norbert Lins mahnend nach der Abstimmung.

„Land-, Forstwirte und Naturschützer müssen noch besser zusammenarbeiten, statt sich gegenseitig zu beschuldigen. Schließlich haben alle Akteure Interesse an einer nachhaltigen Bewirtschaftung und einer gesunden Kulturlandschaft“, so Lins als Verantwortlicher der EVP-Fraktion für die Biodiversitätsstrategie.

 

Der baden-württembergische Europaabgeordnete weiter: „Als guten, ergänzenden Weg sehe ich hierbei Land- und Forstwirte, die sich freiwillig zum sog. Vertragsnaturschutz verpflichten. Gerade dadurch steigt auch die Akzeptanz in der Bevölkerung."

 

Hintergrund

 

Biodiversität oder biologische Vielfalt bezeichnet die einzigartige Variation von Ökosystemen, Lebensräumen und Arten auf der Erde.

 

Im Jahr 2011 hat die EU eine Strategie entworfen, um bis 2020 den Verlust an biologischer Vielfalt aufzuhalten. Kernbestandteil sind die beiden Richtlinien zum Vogelschutz und zu Flora-Fauna-Habitat. Im Oktober 2015 hat die Europäische Kommission ihre Halbzeitbewertung dazu veröffentlicht, welche sehr negativ ausfiel. Darin wird deutlich, dass Europa weit davon entfernt ist, die gesteckten Ziele zu erreichen. Im Umweltausschuss des Europäischen Parlaments ist der entsprechende Bericht am 22. Dezember 2015 abgestimmt worden und wurde heute dem Plenum vorgelegt.