KLONEN IST TIERQUÄLEREI

16.09.2015

Renate Sommer (EVP/CDU): "Klonen ist Tierquälerei. Die  Sterblichkeitsrate beträgt bis zu 90 Prozent. Nur wenige Klontiere werden lebend geboren, und davon wiederum leiden viele an Missbildungen der Extremitäten, Fehlfunktionen innerer Organe und Defiziten des Immunsystems. Obwohl schon seit Jahren geklont wird, gibt es  keine Fortschritte bei dieser Technik, die das Leid geklonter Tiere verringern würden.

Auch eine breite Mehrheit der Verbraucher ist gegen das Klonen und will keine entsprechenden Lebensmittel kaufen. Zudem befürchten 77 Prozent der EU-Bürgerinnen und Bürger, dass das Klonen von Tieren langfristig den Weg für die Anwendung dieser Technik am Menschen bereitet. Diese Sorge ist berechtigt, denn die Erfahrung zeigt, dass alle Vermehrungstechniken, die für die Nutztierproduktion entwickelt wurden, letztendlich auch beim Menschen eingesetzt wurden.

Beim Klonen handelt es sich also um eine ethische Grundsatzfrage, in der die  Politik klare Grenzen setzen muss. Wir können uns nicht darauf beschränken, nur die Anwendung der Klontechnik in der EU und die Einfuhr geklonter Tiere zu verbieten. Damit würden wir die Tierquälerei in Drittstaaten unterstützen und das Problem eher befördern als beseitigen. Konsequenterweise müssen auch die Einfuhr der Nachfahren von Klontieren, die Einfuhr von Vermehrungsmaterial und die Vermarktung der entsprechenden Lebensmittel verboten werden. Deshalb fordern wir die Einführung eines  Rückverfolgbarkeitssystems. Es gibt biologische Grenzen. Auch eine geklonte Kuh kann nicht unendlich viel Milch produzieren.

Die breite fraktionsübergreifende Mehrheit des Europäischen Parlamentes für ein Klonverbot ist ein starkes Signal an die nationalen Regierungen. Der Rat ist nun gefordert, endlich seinen gemeinsamen Standpunkt vorzulegen und auf das Europäische Parlament zuzugehen. Ein erneutes Scheitern der Verhandlungen wäre sicherlich nicht im Interesse der EU-Bürger. Nur eine gesetzliche Regelung kann verhindern, dass Fleisch von geklonten Tieren auf unseren Tellern landet."